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Energie-Mythos #1: „Die Energiekosten zahlt doch der Mieter.“

30. Juni
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Juli

In der Immobilienwirtschaft hält sich eine Annahme besonders hartnäckig: Energiekosten sind umlagefähig und deshalb in erster Linie Sache des Mieters. Entsprechend wird der Energieeinkauf häufig als reine Verwaltungsaufgabe betrachtet. Doch diese Sichtweise greift heute zu kurz. Steigende Betriebskosten, neuenergie-mythos-1-„die-energiekosten-zahlt-doch-der-mieter-“e regulatorische Anforderungen, ESG-Ziele und veränderte Erwartungen der Mieter machen Energie längst zu einem strategischen Faktor für Wirtschaftlichkeit und Immobilienwert.


Mit diesem Beitrag startet unsere Serie „Energie-Mythen der Immobilienwirtschaft“, in der wir verbreitete Annahmen hinterfragen und anhand von Marktkenntnissen einordnen.




Energiekosten sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor

Energie gehört inzwischen zu den größten Kostenpositionen im Gebäudebetrieb. Bei Büroimmobilien entfallen bis zu einem Viertel der Betriebskosten auf Strom und Gas und damit auf einen der bedeutendsten Bestandteile der Ver- und Entsorgungskosten.


Gleichzeitig sind die Betriebskosten hochwertiger Büroimmobilien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Kostenarten besteht jedoch darin, dass ein erheblicher Anteil aktiv beeinflusst werden kann. Durch strukturierten Energieeinkauf, Wettbewerb und kontinuierliche Optimierung lassen sich Einsparpotenziale realisieren, die sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.


Wer Energie lediglich als unvermeidbaren Kostenblock betrachtet, verzichtet auf einen wichtigen Hebel zur Kostensteuerung.


Warum der Mythos heute nicht mehr gilt

Die Aussage, dass letztlich ohnehin der Mieter zahlt, berücksichtigt die aktuellen Marktbedingungen nur unzureichend.

Mieter bewerten Immobilien zunehmend nach den Gesamtkosten ihrer Flächen und nicht ausschließlich nach der Kaltmiete. Geringere Nebenkosten erhöhen die Attraktivität eines Objekts und schaffen Spielraum für höhere Mieten oder bessere Vermarktungschancen.


Hinzu kommt das Leerstandsrisiko. Nicht vermietete Flächen verursachen Energiekosten, die unmittelbar vom Eigentümer getragen werden müssen und sich nicht auf Nutzer umlegen lassen.


Auch regulatorische Entwicklungen verändern die Situation. Mit steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz und einer zunehmenden Beteiligung der Eigentümer an CO₂-Kosten gewinnt die energetische Qualität eines Gebäudes immer stärker an wirtschaftlicher Bedeutung.


Energieeinkauf als Werthebel

Energie ist heute weit mehr als ein Kostenfaktor. Sie beeinflusst die ESG-Performance, die Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes und letztlich dessen Marktwert.


Der Einsatz erneuerbarer Energien wie Grünstrom oder Biogas reduziert den CO₂-Fußabdruck und unterstützt Eigentümer dabei, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und langfristige Risiken zu minimieren. Gleichzeitig steigt die Bedeutung nachhaltiger Gebäude für Investoren, Finanzierer und Mieter kontinuierlich.


Ein professioneller Energieeinkauf leistet deshalb einen direkten Beitrag zur Werterhaltung und Wettbewerbsfähigkeit einer Immobilie.


Fazit

Der Mythos, Energiekosten seien ausschließlich Sache des Mieters, entspricht nicht mehr den heutigen Marktbedingungen. Eigentümer tragen zunehmend wirtschaftliche Verantwortung für Energieeffizienz, Betriebskosten und ESG-Performance.


Wer den Energieeinkauf strategisch steuert, reduziert nicht nur Kosten, sondern verbessert die Vermietbarkeit, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und sichert langfristig den Immobilienwert. Energieeinkauf ist damit kein administrativer Prozess mehr, sondern ein entscheidender Werthebel für moderne Immobilienportfolios.

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