Energiemarkt kompakt – Juni 2026: Strom und Gas für 2027–2029
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Mehr Transparenz für bessere Beschaffungsentscheidungen
Für Eigentümer, Asset Manager und Property Manager zählt neben dem Preisniveau, welche Lieferjahre, Mengen und Risiken ein Angebot abdeckt. Dieses Marktupdate ordnet die Terminpreise für Strom und Gas aus Sicht professioneller Immobilienportfolios ein.
Historischer Marktstand: 26. Juni 2026 (Kalenderwoche 26). Die folgenden Werte beschreiben den damaligen Markt und sind keine aktuellen Angebote oder Preisprognosen.
Die damalige NeoBid-Auswertung weist für das Lieferjahr 2027 91,93 €/MWh für Strom und 35,41 €/MWh für Gas aus. Grundlage sind die in den Grafiken benannten EEX-Jahreskontrakte. Gegenüber dem Vorwochenwert lagen beide Preise niedriger; Gas verzeichnete im dargestellten Monatsvergleich einen Rückgang von rund elf Prozent.
Die Forward-Kurve richtig lesen
Am betrachteten Stichtag lagen die Terminpreise für spätere Lieferjahre unter denen für 2027. Bei Strom reichte die dargestellte Kurve von rund 92 €/MWh für 2027 bis etwa 75 €/MWh für 2029, bei Gas von rund 35 €/MWh bis etwa 26 €/MWh.
Eine fallende Forward-Kurve ist keine Prognose sinkender Marktpreise. Sie zeigt die gleichzeitig gehandelten Preise unterschiedlicher Lieferperioden. Ein Preis für 2029 lässt sich daher nicht auf den Bedarf von 2027 übertragen. Mehrjährige Beschaffung muss zum tatsächlichen Verbrauch und zur Planungssicherheit je Lieferjahr passen.
Die Börsenwerte sind zudem kein vollständiger Lieferpreis. Lieferantenkonditionen, Verbrauchsprofil und weitere Preisbestandteile sind für den Angebotsvergleich gesondert zu berücksichtigen.
Wetter, Speicher und Geopolitik als Risikofaktoren einordnen
Das damalige Marktupdate verwies auf Hitze, die Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke, europäische Gasspeicherstände von rund 47 Prozent sowie Unsicherheiten bei LNG-Lieferketten und im Nahen Osten. Diese Faktoren können Preise beeinflussen; aus einem einzelnen Faktor folgt jedoch keine eindeutige Preisrichtung.
Zur Einordnung der Hitzephase erklärte der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE in seiner Mitteilung vom 25. Juni, dass die Stromversorgung auch bei hohen Temperaturen ausreichend abgesichert sei. Versorgungssicherheit und kurzfristige Preisschwankungen sind getrennt zu bewerten.
Auch das in der Galerie ausgewiesene höhere Handelsvolumen ist kein Kaufsignal für sich. Die Kennzahl beschreibt die Aktivität an ausgewählten Handelstagen, nicht die spätere Preisentwicklung.
Aus Marktbeobachtung einen Beschaffungszeitplan ableiten
Für Immobilienportfolios kommt es darauf an, Marktinformationen mit Vertragsfristen, Mengenplanung und internen Freigaben zu verbinden. Drei Punkte helfen bei der Vorbereitung:
Bedarf je Lieferjahr: Offene Mengen, geplante Verkäufe, Leerstand und Verbrauchsänderungen berücksichtigen.
Kaufregeln: Entscheidungsfristen, Zielwerte und Zuständigkeiten vorab festlegen.
Risikoverteilung: Prüfen, ob zeitlich gestaffelte Käufe zum Portfolio und zum Vertragsmodell passen. Sie verringern die Abhängigkeit von einem einzelnen Kaufzeitpunkt, garantieren aber keinen niedrigeren Durchschnittspreis.
Die Verteilung auf unterschiedliche Lieferjahre und der Einkauf in mehreren Tranchen sind verschiedene Entscheidungen. Mythos 3 zur Rolle des Einkaufszeitpunkts erläutert, wie verbindliche Regeln die Beschaffung unterstützen.
Fazit: Marktpreise mit dem Portfoliobedarf verbinden
Der Marktstand vom Juni 2026 zeigte niedrigere Terminpreise für spätere Lieferjahre bei weiterhin relevanten kurzfristigen Risiken. Für die Beschaffung folgt daraus keine pauschale Kaufempfehlung. Entscheidend sind der tatsächliche Bedarf, vergleichbare Vertragskonditionen und ein abgestimmter Zeitplan.
NeoBid unterstützt die Marktbeobachtung und den strukturierten Angebotsvergleich. Die Übersicht zum Energieeinkauf für Immobilienportfolios beschreibt den Ablauf. Gemeinsam lassen sich offene Lieferjahre und anstehende Entscheidungen in einen Beschaffungszeitplan überführen.



