Energiemarkt kompakt – Juni 2026: Was aktuelle Strom- und Gaspreise für Immobilienportfolios bedeuten
- 30. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Mehr Transparenz für bessere Beschaffungsentscheidungen
Die Energiebeschaffung gehört für viele Immobilienunternehmen zu den komplexesten Kostenfaktoren. Preisentwicklungen sind schwer einzuordnen, Beschaffungszeitpunkte unsicher und strategische Entscheidungen werden häufig ohne ausreichende Markttransparenz getroffen.
Mit unserem regelmäßigen Energiemarkt-Update möchten wir genau hier ansetzen und aktuelle Marktentwicklungen verständlich sowie praxisnah einordnen.
Zum Stand vom 26. Juni 2026 notieren Strom-Futures für das Lieferjahr 2027 an der EEX bei 91,93 €/MWh, Gas bei 35,41 €/MWh. Gegenüber der Vorwoche sind beide Preise leicht gesunken, wobei insbesondere Gas im Monatsvergleich mit rund elf Prozent deutlich nachgegeben hat.
Die Forward-Kurve liefert wichtige Orientierung
Für Immobilienunternehmen ist vor allem die Entwicklung der Terminmärkte entscheidend. Aktuell werden spätere Lieferjahre sowohl bei Strom als auch bei Gas günstiger gehandelt als das Lieferjahr 2027. Strom sinkt entlang der Forward-Kurve von rund 92 €/MWh auf etwa 75 €/MWh bis 2029. Gas entwickelt sich ähnlich und fällt von etwa 35 €/MWh auf rund 26 €/MWh.
Dabei gilt: Eine fallende Forward-Kurve ist keine Prognose für zukünftige Marktpreise. Sie zeigt lediglich, welchen Preis der Markt heute für spätere Lieferzeitpunkte verlangt. Für die Beschaffungsstrategie eröffnet dies jedoch interessante Möglichkeiten, unterschiedliche Lieferjahre gezielt miteinander zu kombinieren und Preisrisiken breiter zu verteilen.
Strategie schlägt Timing
Auch wenn die Terminmärkte aktuell günstiger erscheinen, bleibt das kurzfristige Marktumfeld von hoher Volatilität geprägt. Die jüngste Hitzewelle führte zeitweise zu Rekordpreisen am Day-Ahead-Strommarkt, während reduzierte Leistungen französischer Kernkraftwerke das Angebot zusätzlich belasteten. Gleichzeitig liegen die europäischen Gasspeicher mit rund 47 % weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten rund um LNG-Lieferketten und den Nahen Osten.
Für Immobilienportfolios ergibt sich daraus eine zentrale Erkenntnis: Entscheidend ist nicht der perfekte Einkaufszeitpunkt, sondern eine langfristig durchdachte Beschaffungsstrategie. Wer Beschaffungsmengen auf verschiedene Lieferjahre verteilt, reduziert die Abhängigkeit von kurzfristigen Preisschwankungen und kann gleichzeitig attraktive Marktpreise nutzen.
NeoBid unterstützt Immobilienunternehmen dabei mit transparenten, datenbasierten Beschaffungsstrategien, die fundierte Entscheidungen ermöglichen und langfristig Wettbewerbsvorteile schaffen.













