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Energie-Mythos #10: Grüner Strom ist deutlich teurer

vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit

„Grüner Strom ist deutlich teurer.“ Für Immobilienportfolios ist diese pauschale Annahme keine belastbare Beschaffungsgrundlage. Entscheidend sind vergleichbare Angebote, die Qualität der Herkunftsnachweise und die vertraglichen Bedingungen. Ein hoher Aufpreis ist kein Marktgesetz.



Was beim Grünstrompreis zählt

Grünstrom kann wettbewerbsfähig sein. Ob gegenüber einem anderen Stromprodukt ein Aufpreis entsteht, lässt sich jedoch nur anhand konkreter Angebote beurteilen. Lieferzeitraum, Verbrauchsprofil, Mengenflexibilität und Nachweisqualität müssen dabei vergleichbar sein.

Herkunftsnachweise belegen die erneuerbare Erzeugung einer entsprechenden Strommenge. Ihr Preis bildet sich in einem eigenen Markt. Sie sagen allein noch nichts über einen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Anlagen aus. Diese Unterschiede erläutert das Umweltbundesamt zu Ökostrom und Herkunftsnachweisen.


Warum sich der Mythos hält

Frühere Erfahrungen mit Preisaufschlägen prägen häufig die heutige Bewertung. Für Eigentümer, Asset Manager und Property Manager lohnt es sich, diese Annahme anhand einer aktuellen Ausschreibung zu überprüfen.

Auch die Nachhaltigkeitsseite gehört in die Entscheidung. Dabei sind die Anforderungen des jeweiligen ESG-Ratings, der Finanzierung und der Portfoliostrategie konkret zu prüfen. Ein Grünstromvertrag allein garantiert weder ein besseres Rating noch günstigere Finanzierungskonditionen oder einen höheren Objektwert.


Wie sich Angebote sinnvoll vergleichen lassen

  • Wettbewerb herstellen: Mehrere Lieferanten auf derselben Daten- und Vertragsgrundlage anfragen.

  • Lieferstellen bündeln: Passende Mengen zusammenführen und zugleich Laufzeiten sowie Verbrauchsprofile berücksichtigen.

  • PPA mitprüfen: Langfristige Stromlieferverträge können eine Option sein. Preis, Erzeugungsprofil, Reststrombedarf und Risikoverteilung sind gemeinsam zu bewerten.

  • Nachweise klären: Herkunft, Erzeugungszeitraum und zusätzliche Qualitätsanforderungen festlegen. Auch bei einem PPA ist die Zuordnung der Herkunftsnachweise zu regeln.

  • Nachhaltigkeitsziele bewerten: Den belegbaren Beitrag des Stromprodukts zu den eigenen Anforderungen prüfen.

Der Green-PPA-Preisleitfaden der dena ordnet die Kosten- und Risikobestandteile solcher Verträge ein. Ein PPA ist deshalb nicht pauschal die günstigere Alternative zu einem Liefervertrag mit Herkunftsnachweisen.


Die NeoBid-Sicht

NeoBid organisiert wettbewerbliche Ausschreibungen und bündelt geeignete Lieferstellen. Für das Immobilienportfolio werden Preis, Nachweisqualität und Vertragsbedingungen gemeinsam betrachtet. Welche Grünstromoptionen und Nachweise infrage kommen und wann ein PPA für Immobilienportfolios sinnvoll sein kann, hängt vom konkreten Bedarf ab.


Fazit: Grünstrom anhand von Angeboten bewerten

Grünstrom sollte weder wegen eines unterstellten Aufpreises ausgeschlossen noch mit pauschalen Wertversprechen begründet werden. Ein strukturierter Vergleich zeigt, welche Lösung zu Budget, Nachhaltigkeitszielen und Risikovorgaben des Portfolios passt.

Sie möchten Grünstromangebote für Ihr Portfolio einordnen? NeoBid unterstützt den Vergleich von Beschaffungsmodellen, Nachweisen und Vertragsbedingungen.



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