Strommarkt 2025 im Rückblick: Preise, Netze und Flexibilität
Aktualisiert: vor 3 Tagen
2025 stiegen die durchschnittlichen Strompreise im Day-Ahead-Großhandel wieder. Zugleich zeigte sich: Neue Erzeugungsanlagen allein reichen für die Energiewende nicht aus. Netze, Speicher und flexible Nachfrage müssen mitwachsen. Für Immobilienportfolios wird damit das Zusammenspiel von Beschaffung, Verbrauchsprofil und Steuerbarkeit wichtiger.

Erneuerbare Energien: Ausbau und Ertrag unterscheiden
Der Ausbau verlief 2025 je nach Technologie unterschiedlich: Während der Solarzubau etwas unter dem Vorjahr lag, nahm der Zubau von Windenergie an Land deutlich zu. Das zeigt die Jahresauswertung der Bundesnetzagentur zum Anlagenzubau.
Mehr installierte Leistung bedeutet jedoch nicht automatisch entsprechend mehr Strom. Die Photovoltaik speiste deutlich mehr ein, während die Erzeugung aus Windenergie an Land zurückging. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Einspeisung in das öffentliche Netz stieg insgesamt nur leicht.
Netzengpässe: Solarstrom häufiger abgeregelt
Die stärkere Solarerzeugung verschärfte regional die Anforderungen an den Stromtransport. Laut SMARD-Auswertung zum Netzengpassmanagement 2025 nahm die Abregelung von Photovoltaikanlagen deutlich zu. Das gesamte Maßnahmenvolumen blieb jedoch nahezu unverändert; bei Windenergie ging die Abregelung zurück.
Netzbedingte Abregelung und wirtschaftlich ungünstige Einspeisezeiten sind dabei zu unterscheiden. Erstere betrifft begrenzte Transportkapazitäten, letztere die Preissignale des Marktes. Beides erhöht die Bedeutung einer abgestimmten Erzeugung, Speicherung und Nachfrage.
Preissignale: Flexibilität gewinnt an Bedeutung
Der SMARD-Jahresrückblick zum Strommarkt zeigt einen höheren durchschnittlichen Day-Ahead-Preis und stärkere Schwankungen als 2024. Zugleich traten negative Großhandelspreise häufiger auf. Daraus lässt sich kein pauschaler Anstieg aller Kundenkosten ableiten: Entscheidend sind Liefervertrag, Beschaffungszeitpunkt und Verbrauchsprofil.
Die Umstellung des europäischen Day-Ahead-Handels auf Viertelstundenintervalle ermöglicht seit Oktober 2025 feinere Preissignale. Wer Verbrauch zeitlich verschieben kann, sollte prüfen, ob Technik und Vertragsmodell die Nutzung solcher Preisunterschiede ermöglichen.
Speicher: Potenzial am Standort prüfen
Gewerbliche und große Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung. Sinkende Kosten und das Interesse an Netzanschlüssen unterstreichen ihr Potenzial, erneuerbaren Strom zeitlich zu verlagern und Preisschwankungen zu nutzen. Die Jahresbilanz des Fraunhofer ISE dokumentiert den Ausbau großer Batteriespeicher.
Für ein Immobilienportfolio folgt daraus keine pauschale Investitionsempfehlung. Maßgeblich sind Lastprofil, Netzanschluss, Betriebsweise sowie Kosten und mögliche Erlöse des konkreten Projekts.
Was das für Immobilienportfolios bedeutet
Der Rückblick 2025 spricht dafür, Energiebeschaffung, flexible Lasten und Speicher gemeinsam zu betrachten. Eine belastbare Basis aus Messstellen und Energiedaten hilft, geeignete Maßnahmen zu bewerten und den Energiebezug gezielt zu steuern.
NeoBid unterstützt Eigentümer, Asset Manager und Property Manager dabei, diese Optionen auf ihr Portfolio zu beziehen und eine passende Beschaffungsstrategie abzuleiten.



