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Schulterblick Strommarkt 2025: Wieder steigende Preise und Systemgrenzen

  • 3. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Feb.

Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass die Energiewende im Strommarkt weniger an der Erzeugung neuer Anlagen scheitert, sondern zunehmend an systemischen Grenzen. Nach einer Phase rückläufiger Preise sind die durchschnittlichen Stromkosten wieder gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamt, während die Anforderungen an Netze, Flexibilität und Steuerbarkeit deutlich zugenommen haben.



Obwohl neue Solar- und Windkapazitäten ans Netz gingen, blieb der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix nahezu konstant. Wettereffekte, insbesondere ein windärmeres Jahr, sowie zunehmende Netzengpässe führten dazu, dass zusätzliche Erzeugung nicht vollständig genutzt werden konnte. Besonders deutlich wurde dies bei der stark gestiegenen Abregelung von Solarstrom: Immer häufiger steht erneuerbare Energie zur Verfügung, kann jedoch nicht wirtschaftlich integriert werden.


Parallel dazu haben sich die Preissignale am Strommarkt deutlich verändert. Mit der Umstellung auf eine feinere zeitliche Auflösung an der Börse spiegeln Preise Angebot und Nachfrage unmittelbarer wider. Die Spreizung zwischen günstigen und teuren Stunden hat zugenommen, ebenso die Anzahl von Stunden mit sehr niedrigen oder sogar negativen Strompreisen. Damit wächst der wirtschaftliche Anreiz, Stromverbrauch zeitlich zu verschieben und flexibel zu gestalten.

Auch im Bereich Speicher zeichnen sich strukturelle Veränderungen ab. Während der Zubau im privaten Segment rückläufig war, steigt das Interesse an gewerblichen und großskaligen Batteriespeichern weiter. Sinkende Kosten und zahlreiche Netzanschlussanfragen deuten darauf hin, dass Speicher künftig eine zentrale Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Nutzung von Preisschwankungen spielen werden.


In der Gesamtbetrachtung war 2025 kein Jahr des großen Ausbausprungs, sondern ein Jahr der klaren Signale. Steigende Preise, zunehmende Abregelungen und stärkere Preisschwankungen machen deutlich, dass Erzeugung allein nicht ausreicht. Entscheidend werden künftig intelligente Beschaffungsstrategien, flexible Lasten, Speicherlösungen und eine aktive Steuerung des Energiebezugs. Genau hier liegt der Hebel, um Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Systemstabilität miteinander zu verbinden.

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