Energiemärkte unter Druck: Rückblick auf das erste Quartal 2026
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Im ersten Quartal 2026 veränderte der Konflikt im Nahen Osten die Lage an den Öl-, Gas- und Strommärkten deutlich. Dieser Rückblick ordnet den damaligen Preisschock und seine Bedeutung für die Energiebeschaffung professioneller Immobilienportfolios ein.
Geopolitik als Preistreiber am Ölmarkt
Mit den Angriffen auf Iran am 28. Februar 2026 und den anschließenden Störungen in der Straße von Hormus gerieten zentrale Energietransporte unter Druck. Beschädigte Infrastruktur, eingeschränkter Schiffsverkehr und begrenzte Ausweichrouten verknappten das verfügbare Angebot.
Brent-Öl wurde im März zeitweise deutlich über 100 US-Dollar je Barrel gehandelt. Der IEA-Ölmarktbericht vom März 2026 dokumentiert sowohl den Preissprung als auch anschließende Rückgänge. Zusätzliche Förderkapazität allein löst Transportengpässe nicht; entscheidend ist, welche Mengen den Markt tatsächlich erreichen.

Die ursprüngliche Grafik zeigt ungefähre Verläufe bis April 2026. Strom und Gas sind in €/MWh, Öl laut Legende in €/Barrel dargestellt; die Reihen sind daher nicht unmittelbar vergleichbar. Sie ersetzt keine datierte Kursreihe oder aktuelle Marktpreisabfrage.
Gasmarkt: LNG-Störungen verändern die Ausgangslage
Zu Jahresbeginn unterstützte das wachsende LNG-Angebot zunächst die Entspannung am Gasmarkt. Die Störungen der Straße von Hormus und Schäden an der LNG-Infrastruktur in Katar veränderten diese Ausgangslage im März abrupt.
Der IEA-Gasmarktbericht Q2 2026 bestätigt den starken Preisanstieg und die erhöhte Volatilität. Neue Anlagen in Nordamerika und anderen Regionen konnten einen Teil der Ausfälle ausgleichen, die Unsicherheit aber nicht beseitigen. Speicherlage, Pipeline-Lieferungen und Wetter blieben zusätzliche Einflussgrößen.
Strommarkt: Spot- und Terminpreise unterscheiden
Steigende Gaspreise können Strom verteuern, wenn Gaskraftwerke zur Deckung der Nachfrage benötigt werden und den Preis bestimmen. CO₂-Kosten, erneuerbare Einspeisung und die Verfügbarkeit anderer Kraftwerke, einschließlich französischer Kernkraftwerke, beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.
Der Preisdruck zeigte sich im März besonders am Terminmarkt für die Lieferung 2027. Die Marktauswertung von Next Kraftwerke für März 2026 beschreibt für das Base-Frontjahr einen Höchststand knapp unter 100 €/MWh. Zugleich dämpfte hohe erneuerbare Erzeugung die kurzfristigen Strompreise zeitweise. Ein pauschaler Gleichlauf von Gas- und Strompreisen greift deshalb zu kurz.
Was der damalige Ausblick tatsächlich aussagte
Zu Beginn des zweiten Quartals stand vor allem die Dauer der Transport- und Produktionsstörungen im Mittelpunkt. Daraus ergab sich ein erhöhtes Preisrisiko, aber keine sichere Prognose dauerhaft steigender Preise. Der spätere IEA-Gasmarktbericht dokumentiert auch Rückgänge im April.
Für die Einordnung dieses historischen Beitrags sind daher Berichtszeitpunkt und Lieferzeitraum entscheidend. Eine damalige Risikoeinschätzung sollte nicht als aktuelle Einkaufsempfehlung verwendet werden.
Konsequenzen für Immobilienportfolios
Eigentümer, Asset Manager und Property Manager sollten Marktbewegungen mit der tatsächlichen Beschaffungssituation verbinden:
Offene Mengen bestimmen: Welche Lieferstellen und Lieferjahre sind bereits preislich abgesichert, welche noch nicht?
Vertragsmodell prüfen: Wann und in welchem Umfang wirken Marktpreise auf die eigenen Kosten?
Entscheidungen vorbereiten: Budgetgrenzen, Ausschreibungsfristen und Freigaben festlegen, bevor ein akuter Handlungsdruck entsteht.
Die Einordnung von Spot- und Fixpreismodellen sowie eine strukturierte Energiebeschaffung für Immobilienportfolios helfen, diese Fragen systematisch zu bearbeiten.
NeoBid unterstützt Sie dabei, offene Beschaffungsmengen und Vertragslaufzeiten transparent zu machen. Darauf aufbauend lassen sich die nächsten Schritte für Ihr Portfolio und Ihre Risikovorgaben besprechen.



