top of page

Energiepreise 2027 ziehen an – warum das Risiko im Frontjahr sitzt

vor 21 Stunden
2 Min. Lesezeit

Das NeoBid-Marktupdate mit Stand 9. September 2026 zeigt einen deutlichen Anstieg der Strom- und Gaspreise für das Lieferjahr 2027 seit Anfang Juli. Für Immobilienportfolios stellt sich damit eine konkrete Frage: Sind Daten, Vertragsfristen und Entscheidungswege so vorbereitet, dass eine Ausschreibung zügig umgesetzt werden kann?


Die Marktlage zum 9. September 2026

Die im NeoBid Research ausgewerteten EEX-Settlement-Preise betragen für das Lieferjahr 2027 bei Strom 129,75 €/MWh und bei Gas 59,74 €/MWh. Gegenüber dem 3. Juli entspricht das einem Anstieg von 37,7 % bei Strom und 69,4 % bei Gas. Gegenüber dem 7. August liegen die Zuwächse bei 25,9 % beziehungsweise 46,7 %.

Der stärkste Anstieg zeigt sich im Frontjahr, also im nächstliegenden vollständigen Lieferjahr 2027. Auch spätere Lieferjahre sind teurer geworden: Für 2030 liegen Strom 8,7 % und Gas 18,8 % über dem Stand von Anfang Juli. Die dargestellten Preise fallen mit zunehmendem Lieferjahr. Diese Form der Terminpreiskurve wird als Backwardation bezeichnet.


Gas 2027: fünf Beobachtungszeitpunkte

Die Grafik zeigt folgende ausgewählte Gaspreise für 2027: 43,75 €/MWh am 14. August, 49,03 €/MWh am 21. August, 48,68 €/MWh am 24. August, 55,65 €/MWh am 2. September und 59,74 €/MWh am 9. September. Vom ersten bis zum letzten Wert beträgt der Anstieg rund 37 %. Die Zwischenwerte zeigen zugleich, dass die Bewegung nicht durchgehend aufwärts verlief.

Es handelt sich um ausgewählte Beobachtungen mit unterschiedlichen Abständen, nicht um eine lückenlose Reihe wöchentlicher Schlusskurse. Aus diesem Ausschnitt lässt sich keine verlässliche Prognose für den nächsten Einkaufstag ableiten.


Großhandelspreise und Beschaffungskosten unterscheiden

Die genannten Zahlen sind Großhandels-Benchmarks. Ein Lieferangebot enthält darüber hinaus unter anderem Kosten für das Verbrauchsprofil, vertragliche Flexibilität und die Lieferantenmarge. Zum Endkundenpreis gehören außerdem Netzentgelte, Steuern und Umlagen. Ein Future allein reicht deshalb nicht aus, um die Qualität eines Angebots zu beurteilen.

Bei Gas sind auch CO₂-Kosten zu berücksichtigen. Nach der aktuellen Information der Europäischen Kommission zu ETS2 wird das neue System 2028 vollständig operativ. Zur Umrechnung des dargestellten Großhandelspreises: 59,74 €/MWh entsprechen rund 5,97 ct/kWh.


Was das für Ihr Immobilienportfolio bedeutet

Der Marktstand allein begründet keine pauschale Kaufentscheidung. Eigentümer, Asset Manager und Property Manager sollten Beschaffungsbedarf, Budget und Risikovorgaben gemeinsam bewerten. Eine vorbereitete Ausschreibung erleichtert es, innerhalb festgelegter Regeln auf Angebote zu reagieren.

  • Lieferjahre getrennt bewerten: Niedrigere Preise späterer Jahre können den Durchschnittspreis einer mehrjährigen Beschaffung senken. Sie verändern den Preis für die Lieferung 2027 nicht.

  • Entscheidungsregeln festlegen: Zuständigkeiten, Preisziele und Freigaben vor der Ausschreibung klären.

  • Vertragsfristen erfassen: Laufzeiten, Kündigungstermine und offene Mengen je Lieferstelle zusammenführen.

  • Daten vorbereiten: Verbrauchs- und Lieferstellendaten so aufbereiten, dass Angebote auf derselben Grundlage eingeholt werden können.

NeoBid verbindet Marktdaten, Portfoliostrategie und eine vollständige Datenbasis zu einem strukturierten Beschaffungsprozess. Vertiefend erläutern wir die Datenbasis einer Energieausschreibung und die Entscheidungsregeln für rationale Energiebeschaffung.


Datengrundlage und zeitliche Einordnung

NeoBid Research auf Basis von EEX-Settlement-Preisen für German Power Base und THE Natural Gas Year Futures, Stand 9. September 2026. Die Vergleiche beziehen sich auf den 3. Juli und den 7. August 2026. Die Zahlen beschreiben diesen Marktstand und sind keine laufenden Preisangaben. Keine Anlage- oder Handelsempfehlung.


Wie ausschreibungsfähig ist Ihr Portfolio für 2027?

Besprechen Sie mit NeoBid, welche Daten, Vertragsfristen und Entscheidungen für Ihre nächste Ausschreibung vorbereitet sein sollten.



bottom of page