Entspannung oder nur eine kurze Atempause?
Im Juli 2026 reagierten die Energiepreise für das Lieferjahr 2027 deutlich auf geopolitische Entwicklungen. Nach einem kräftigen Anstieg folgte bis zum 28. Juli ein Rücksetzer. Für professionelle Immobilienportfolios zeigt dieser Verlauf, wie wichtig vorbereitete Daten, klare Fristen und eine nachvollziehbare Beschaffungsstrategie sind.






Marktstand am 28. Juli 2026
Am EEX-Terminmarkt lag Strom für das Lieferjahr 2027 bei 104,53 €/MWh und Gas bei 43,41 €/MWh (Settlement vom 28.07.2026). Gegenüber Ende Juni entsprach das einem Anstieg von 13,7 Prozent bei Strom und 22,6 Prozent bei Gas. Als wesentlicher Treiber wurde in der damaligen Marktbeobachtung die Eskalation im Nahen Osten eingeordnet.
Die Bewegung konzentrierte sich auf das Frontjahr 2027. Spätere Lieferjahre stiegen weniger stark: Für 2029 lagen Strom 3,0 Prozent und Gas 5,6 Prozent über Ende Juni. Damit war der Preisaufschlag im nächstliegenden Lieferjahr besonders ausgeprägt.
Was der Rückgang nach dem Juli-Hoch bedeutet
Gas 2027 stieg seit Anfang Juli um rund 28 Prozent auf 47,35 €/MWh am 24. Juli. Bis zum 28. Juli fiel der Preis auf 43,41 €/MWh zurück, rund acht Prozent unter dem Hoch.
Der Rückgang nahm einen Teil des vorherigen Anstiegs zurück. Das Preisniveau blieb jedoch über dem von Ende Juni. Aus dieser Gegenbewegung allein lässt sich keine verlässliche Prognose für die weitere Entwicklung ableiten.
Großhandelspreis und Lieferangebot unterscheiden
Die genannten Werte sind Großhandels-Benchmarks und keine Endkundenpreise. Zum Terminmarktpreis kommen unter anderem Profil- und Lieferantenkosten, Netzentgelte, Steuern und Umlagen hinzu. Bei Gas sind außerdem CO₂-Kosten zu berücksichtigen.
Der Terminmarktpreis bietet einen Bezugspunkt für den Angebotsvergleich. Dafür müssen Lieferzeitraum, Verbrauchsprofil und Vertragsbedingungen zusammenpassen. Ein vollständiger Vergleich berücksichtigt sämtliche Preisbestandteile.
Aktualisierte regulatorische Einordnung: Die EU-Kommission nennt für den vollständigen Start des Emissionshandelssystems ETS2 inzwischen 2028. Die frühere Angabe „ab 2027“ wurde deshalb korrigiert. Für konkrete Lieferangebote ist die jeweils geltende CO₂-Kostenregelung maßgeblich.
Das Portfolio vor der nächsten Marktbewegung vorbereiten
Der Rücksetzer ist keine pauschale Kaufempfehlung. Für Eigentümer, Asset Manager und Property Manager zählt, ob Daten, Fristen und Freigaben eine fundierte Entscheidung erlauben, wenn ein Angebot zur Beschaffungsstrategie passt.
Daten vorbereiten: Lieferstellen, Vertrags- und Verbrauchsdaten vollständig und geprüft bereitstellen.
Fristen klären: Kündigungsfristen, Lieferbeginn und interne Freigaben aufeinander abstimmen.
Strategie festlegen: Beschaffungsmodell, Zielwerte und Risikogrenzen vor der Ausschreibung definieren.
Angebote vergleichbar machen: Geeignete Lieferanten mit denselben Daten und Vertragsanforderungen anfragen.
NeoBid verbindet Marktdaten, Portfoliostrategie und eine strukturierte Datenbasis für die Energiebeschaffung von Immobilienportfolios. Vertiefend erläutert Mythos #8 zur Beschaffungsplanung, warum eine Erwartung sinkender Preise keinen Plan ersetzt.
Datengrundlage
Die historischen Preise und Prozentangaben wurden aus dem ursprünglichen NeoBid-Marktupdate mit EEX-Settlement vom 28.07.2026 übernommen. Sie beschreiben den damaligen Marktstand; die regulatorische Einordnung zu ETS2 wurde anhand der verlinkten EU-Quelle aktualisiert.
Wie ausschreibungsfähig ist Ihr Portfolio für 2027?
Besprechen Sie mit NeoBid, welche Daten, Vertragsfristen und Entscheidungen für Ihre nächste Ausschreibung vorbereitet sein sollten.


